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8.9.2010 : 9:26 : +0200
Junger Nasensetzling
Abfischen der Nasensetzlinge im Herbst
Ausgewachsene "Nase" (lat.Chondrostoma nasus)

Ökologische Karpfenaufzucht

Im 3 Hektar großen Kerschlacher Weiher wird eine ökologische Karpfenaufzucht mit Naturlandzertifizierung betrieben.

Bei dieser Art von Teichwirtschaft dürfen nur 3.000 einsömmrige (einjährige) Tiere je Hektar gehalten werden. Im zweiten Karpfensommer sind im Bio-Betrieb maximal 600 Tiere je Hektar erlaubt. Das Futter muss aus anerkannt ökologischer Erzeugung stammen. In der nächsten Umgebung dürfen keine industrielle Betriebe angesiedelt sein bzw. natürlich auch keine Pestizide aus konventioneller Landwirtschaft als Abwasser einfließen.

Im Kerschlacher Weiher werden etwa 200 Karpfen im Jahr gehalten und im Herbst an die Gastronomie verkauft. Genießen kann man diese Spezialität dann im "Der Pschorr" am Viktualienmarkt in München.

Nasen-Artenschutzprogramm

Im Rahmen eines Artenhilfsprogramm des Fischereiverbands Oberbayern wird seit einigen Jahren die Nachzucht und den Besatz von Jungnasen im Kerschlacher Weiher betrieben. Die Fischart "Nase" (latein. Chondrostoma nasus) trägt ihren Namen wegen ihrer wulstartig verdickten, vorragenden, stumpfen Schnauze. Aufgrund ihres grätenreichen Fleisches ist sie als Speisefisch wenig beliebt. In der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts trat sie in den bayerischen Voralpenflüssen noch massenhaft auf.

Einige Laichnasen werden zur Laichzeit aus den Fließgewässern entnommen und ihre Laichprodukte gewonnen. Wenn sie Anfang Juni dann groß genug sind, werden sie in den Kerschlacher Weiher verbracht, wo sie bis zum Herbst auf etwa 10 cm Größe heranwachsen. Im Oktober werden die Teiche abgefischt und die jungen Nasensetzlinge im Gewässer ihrer Herkunft wieder ausgesetzt.