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8.9.2010 : 9:14 : +0200




Ökologische Mastrinderhaltung

Der Tierbesatz auf Gut Kerschlach (derzeit rund 300 Rinder und 120 Schweine) orientiert sich an der zur Verfügung stehenden Fläche, um Überdüngung und Intensivhaltung zu verhindern. 80 Hektar sind Weiden und stehen allein den Rindern zur Verfügung. 70 Hektar der Flächen sind Wiesen. Hier wird die für die Winterfütterung nötige Silage und das Heu gewonnen. Der Futterbau erfolgt autark, nur ein Teil des Getreides wird zugekauft und zwar in dem Verhältnis, wie erzeugte Produkte wie Milch und Fleisch verkauft werden. In einem konventionellen Mastbetrieb dagegen muß das Kraftfutter aufwändig importiert werden und der Anbau und Transport der Futtermittel und der nicht bodengebundenen Ausscheidungen der Tiere belasten Luft und Böden. Die Flächenbewirtschaftung auf Gut Kerschlach erfolgt ohne Pestizideinsatz und ohne Kunstdünger.

Der Rinderstall ist als Tretmiststall konzipiert, so dass die Rinder sich frei bewegen können. Sie entscheiden selbst, wann sie fressen wollen und wann und wo sie liegen möchten. Die Liegeplätze werden täglich mit Stroh eingestreut.

 

Im "Kälberdorf" sind die Kleinen unter sich

 

Bei den Kühen gibt es die Rassen Fleckvieh, Braunvieh und Murnau-Werdenfelser. Murnau-Werdenfelser sind eine hier ansässige, vom Aussterben bedrohte Haustierrasse. Die Tiere sind durch Haltung und Rasse von Natur aus robuster, erkranken also im Schnitt weniger. Im Falle von Erkrankungen wird nach Möglichkeit auf natürliche Heilverfahren zurückgegriffen. Dabei werden keine prophylaktischen Antibiotika und keine Wachstumsförderer verabreicht, um Medikamentenrückstände im Lebensmittel oder in der Umwelt zu vermeiden.

Die fertig gemästeten Tiere werden vorwiegend an die Herrmannsdorfer Landwerkstätten in Glonn und an das Wirtshaus "Der Pschorr" am Viktualienmarkt in München vermarktet.

Der Kerschlacher Stall ist biozertifiziert und das verpflichtet zu einer artgerechten Tierhaltung in Form von geräumigen Ställen mit Stroheinstreu, strukturreichem Futter, Biofutter ohne Zumischung von synthetischen oder gentechnisch veränderten Stoffen. Ökologisch wirtschaftende Betriebe wie Gut Kerschlach werden jährlich durch unabhängige Kontrollstellen und Behörden kontrolliert.